德国工业战略2030(德文)-2019.2-22页_347kb
报告摘要
Zusammenfassung der Nationalen Industriestrategie 2030
Hintergrund und Zielsetzung
Die Nationale Industriestrategie 2030 wurde von Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, vorgelegt, um eine rationale Antwort auf die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen zu geben. Ziel ist es, die deutsche und europäische Industrie in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, technologische Kompetenz und Führungspositionen zu stärken. Die Strategie will die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft sichern und gleichzeitig die notwendige Debatte über eine ordnungspolitische Ausrichtung der Industriepolitik fördern.
Die Strategie baut auf den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft auf und definiert klare Kriterien für notwendiges staatliches Handeln. Es wird betont, dass staatliche Eingriffe nur in Ausnahmefällen und bei grundlegender Bedeutung geboten sind, da der Staat nicht der bessere Unternehmer ist. Die notwendigen Mittel zur Erreichung der Ziele sind grundsätzlich marktwirtschaftlich, privatwirtschaftlich und eigenverantwortlich.
Ziel der Strategie
- Sicherung und Wiedererlangung von wirtschaftlicher und technologischer Kompetenz auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.
- Ausbau des Anteils der Industrie an der Bruttowertschöpfung auf 25 % in Deutschland und 20 % in der EU bis 2030.
- Schutz und Stärkung strategisch wichtiger Industriebranchen.
- Bündelung der unternehmerischen, wissenschaftlichen und politischen Kräfte in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Biotechnologie.
Ausgangslage
Die deutsche Industrie ist bislang stark und wettbewerbsfähig, besonders in den Bereichen:
- Stahl-, Kupfer- und Aluminium-Industrie
- Chemieindustrie
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobilindustrie
- Optische Industrie
- Medizingeräteindustrie
- GreenTech
- Rüstungsindustrie
- Luft- und Raumfahrtsindustrie
- Additive Fertigung (3D-Druck)
Die Stärke der Industrie ist ein zentraler Grund für das hohe Wohlstandslevel in Deutschland. Ohne eine starke industrielle Basis können wirtschaftliche und soziale Leistungsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden.
Herausforderungen
- Globalisierung und Wettbewerb: Die internationale Wettbewerbslage hat sich dramatisch verändert. Länder wie China, Japan und die USA investieren massiv in Zukunftstechnologien und haben bereits in einigen Bereichen eine führende Position erlangt.
- Wachstum und Innovation: Die Innovationsgeschwindigkeit ist enorm gestiegen, was eine schnelle Reaktion auf neue Technologien erfordert. Unternehmen, die nicht schnell genug reagieren, verlieren an Wettbewerbsfähigkeit.
- Disruptive Technologien: Die Digitalisierung und KI verändern die Wertschöpfungsketten und erfordern eine umfassende Anpassung. Deutschland hinkt in der praktischen Anwendung hinterher.
- Wertschöpfungsketten: Die Zersplitterung der Wertschöpfungsketten in der EU führt zu einem Verlust an Wettbewerbsvorteilen. Es ist notwendig, geschlossene Wertschöpfungsketten zu sichern.
- Arbeitsplatzverluste: Die Digitalisierung und Automatisierung bedrohen viele traditionelle Arbeitsplätze. Gleichzeitig entstehen neue, innovative Arbeitsplätze, die nicht automatisch in den gleichen Regionen entstehen.
- Kapital und Daten: Große Internet-Plattformen besitzen enorme Mengen an Kapital und Daten, was die Wettbewerbsbedingungen verändert. In Deutschland und der EU fehlt es an solchen Ressourcen.
Basis-Innovationen als Game-Changer
- Digitalisierung und KI: Die Digitalisierung, insbesondere durch KI, wird als die größte Basis-Innovation seit der Dampfmaschine angesehen. Sie beeinflusst alle Bereiche der Wirtschaft und des täglichen Lebens.
- Industrie 4.0: Die Integration von Maschinen und Internet (Industrie 4.0) verändert die Produktionsprozesse und erfordert eine neue Einstufung der industriellen Fähigkeiten.
- Weitere Technologien: Nano- und Biotechnologie, neue Werkstoffe, Leichtbautechnologien und Quantencomputing werden als weitere Game-Changer identifiziert.
Innovationstempo als Game-Changer
- Rasante Veränderung: Das Innovationstempo hat sich in den letzten 15 Jahren stark beschleunigt, insbesondere in digitalen und Zukunftsbereichen.
- Wettbewerbsvorteile: Unternehmen, die nicht schnell genug reagieren, verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und werden zu „Rule-Takers“.
- KI als Beschleuniger: KI beschleunigt den Innovationsprozess weiter und erfordert schnelle Entscheidungen und eine höhere Relevanz für die Zukunft.
Orientierungspunkte einer nationalen Industriepolitik
- Industrielle Souveränität: Die Sicherung der industriellen und technologischen Souveränität ist zentral. Deutschland und die EU müssen in Schlüsseltechnologien führend bleiben.
- Wertschöpfungsketten: Geschlossene Wertschöpfungsketten sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Es ist notwendig, bestehende Ketten zu schützen und neue zu entwickeln.
- Aufholprozess: In Bereichen, in denen Deutschland bereits Rückstände hat, muss ein Aufholprozess gestartet werden. Alte Branchen wie die Automobilindustrie müssen weiter gestärkt werden.
- Mittelstand: Die Stärkung des industriellen Mittelstandes ist von zentraler Bedeutung. Viele mittelständische Unternehmen sind Hidden Champions und haben eine hohe Wettbewerbsfähigkeit.
- Große Unternehmen: Die Schaffung von großen, international wettbewerbsfähigen Unternehmen ist entscheidend, um den internationalen Wettbewerb zu meistern. In Deutschland fehlen solche Unternehmen, die in der Größe und Marktposition mit US- und chinesischen Konzernen konkurrieren können.
Fazit
Die Nationale Industriestrategie 2030 ist ein dringend notwendiges Projekt, um die Zukunftsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie zu sichern. Sie betont die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft, aber auch die Notwendigkeit von strategischen Eingriffen des Staates in bestimmten Fällen. Gleichzeitig wird eine Kritik an der politischen Inkompetenz in der Bewältigung globaler Wettbewerbsentwicklungen geäußert. Die Strategie will Deutschland und Europa in der Zukunftsfähigkeit stärken, um nicht in den Hintergrund zu rutschen.
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